Gesamter WWF in der Zentralschweiz zu Gast

12. Juni 2017

Am Wochenende war der WWF Schweiz in Kastanienbaum am Vierwaldstättersee für die alljährliche Sektionenkonferenz zu Gast. Nicht ohne Grund: Die WWF-Sektionen Luzern, Unterwalden und Zug feiern heuer runde Geburtstage. Begrüsst durch die Urner Regierungsrätin Heidi Z’graggen und den Horwer Gemeinderat Oskar Mathis, wurde an der Konferenz einerseits Rückblick auf kürzliche Erfolge gehalten, andererseits wurden Beschlüsse gefällt, die insbesondere für die Zentralschweizer Sektionen von Bedeutung sind.

v.l.n.r.: Kurt Schmid, Präsident WWF Schweiz, Heidi Z’graggen, Regierungsrätin Uri und Präsidentin Zentralschweizer Regierungskonferenz, Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz

Apéro, gespendet von Gemeinde Horw: Anstossen auf den Abstimmungserfolg der Energiestrategie 2050.

Exkursion durch die Horwer Halbinsel, geleitet von Gwen Bessire, Umweltbeauftragte der Gemeinde Horw und Marc Germann, WWF Zentralschweiz.

Knapp hundert Delegierte, Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter aus allen Sektionen nahmen am Wochenende an der Sektionenkonferenz des WWF Schweiz im Hotel Kastanienbaum teil. Die Konferenz diente dazu, Rückblick zu halten und für die Zukunft der WWF-Sektionen wegweisende Entschlüsse zu fällen. Heidi Z’graggen, Regierungsrätin des Kantons Uri und Präsidentin der Zentralschweizer Regierungskonferenz begrüsste den WWF im Namen der Zentralschweizer Kantone. Sie betonte im Zusammenhang mit dem WWF die Wichtigkeit, dass gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur aus der Politik kämen, sondern auch «bottom up» entstünden.

Im Zeichen der Energiestrategie 2050 

Es war einer der grossen Erfolge des WWF: Die Abstimmung zur Energiestrategie 2050. Vor drei Wochen stimmte die Schweizer Bevölkerung mit 58 Prozent der Vorlage des Bundesrates zu. Der WWF war zusammen mit der CVP der Hauptakteur im Kampf gegen das Referendum der SVP. Auf kantonaler Ebene stellte die Umweltorganisation die überparteilichen Pro-Komitees auf die Beine und sorgte für den öffentlichen Abstimmungskampf. Der Aufwand war gross und hat sich gelohnt. Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz, betonte an der Konferenz die Wichtigkeit der regionalen Verwurzelung des WWF, ohne die ein so erfolgreicher Abstimmungskampf wohl unmöglich gewesen wäre. Er stellte zufrieden fest: «Die Energiestrategie stellt für die Schweiz wichtige und richtige Weichen, um mittelfristig aus der Atomkraft und den fossilen Energien auszusteigen und die Energieeffizienz, sowie die erneuerbaren Energien zu fördern». Diese Richtungsänderung sei nicht nur ein «nice to have», sondern ein Muss.

WWF-Regionalarbeit wird verstärkt

Die Zentralschweizer Sektionen Luzern, Unterwalden, Uri und Zug standen in den letzten drei Jahren im Fokus der Regionalarbeit des WWF. Das schon länger bestehende Regionalbüro in Luzern wurde im Zuge eines Pilotprojekts gezielt verstärkt und neu ausgerichtet. Die Geschäftsleiter der Sektionen konzentrieren sich seit 2014 nicht nur auf einen Kanton, sondern auch auf einen Fachbereich und arbeiten heute überkantonal zu den Themen Energie, Raumplanung und Biodiversität. Zudem wurden Kantons-übergeordnet zwei neue Stellen geschaffen, eine für den Gewässerschutz, der beim WWF besonders im Fokus steht und eine für Fundraising und die Koordination der Freiwilligenarbeit. «Die Neuausrichtung des Zentralschweizer Regionalbüros hat dazu geführt, dass die einzelnen Sektionen heute fachlich über bedeutend mehr Expertenwissen verfügen, mehr Geld erwirtschaftet und die Motivation der Mitarbeiter gestärkt wurde», sagte Catherine Martinson, Leiterin der Regionalarbeit. Die Delegierten der Sektionen goutierten die Erfolge der Pilotprojekte in der Zentralschweiz und in der Romandie, so dass dieses Modell künftig in der ganzen Schweiz angewendet wird und in der Zentralschweiz weitere Verstärkungen möglich werden. 

Umkämpfte Halbinsel Horw

Zum Abschluss des offiziellen Programms gab es einen Apéro, gespendet von der Gemeinde Horw. Gemeinderat Oskar Mathis von der Partei L20 erzählte von den raumplanerischen Herausforderungen auf der Halbinsel, auf der auch schon eine mittlere Stadt geplant wurde. Er gab damit den Steilpass zum Programm des Sonntags. 30 Interessierte lernten unter fachkundiger Leitung von Luzerner Stadtrat Adrian Borgula, der Umweltbeauftragten der Gemeinde Horw Gwen Bessire und Marc Germann vom WWF Zentralschweiz die Horwer Halbinsel kennen. Die Halbinsel ist dank ihrer idyllischen, aber dennoch stadtnahen Lage ideales «Tummelfeld» von klassischen Nutzungskonflikten: Einerseits liegt sie in einem Landschaftsschutz-Gebiet des Bundes (BLN) und beherbergt unter anderem wertvolle Riedflächen oder Amphibienlaichgebiete. Anderseits ist die Gegend einem grossen Siedlungsdruck ausgesetzt und wird landwirtschaftlich genutzt. Dank einem bereits 2004 gestarteten Vernetzungsprojekt wird heute ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche extensiv bearbeitet. Der Bestand von 18 Zielarten wie zum Beispiel Neuntöter oder Sumpfgrille konnte stabilisiert werden. 

Impressionen

 
 
 
 

Fotos: Urs Brütsch, Lenka Mikova, Florian Lichtin  

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