Bagger schafft Platz für mehr Natur am Aabach

12. Mai 2016

In Mosen fahren in den nächsten Tagen die Baumaschinen auf. Auf 650 Metern Länge wird der Aabach naturnah gestaltet. Das Projekt ist dem Seetaler «Riverwatcher» und Fischer Richard Stadelmann zu verdanken. Profitieren wird davon vor allem die Seeforelle und mit ihr viele weitere Lebewesen.

Am 17. Mai fahren in Mosen die Baumaschinen auf. Der Aabach verwandelt sich beidseits der Kantonsstrasse auf mehreren Hundert Metern in eine Baustelle. Was den Naturliebhaber vorübergehend schmerzen wird, wird in wenigen Jahren ein artenreiches Kleinod sein. Der künftig gewunden verlaufende Bach wird vor allem für die Seeforelle aufgewertet, so dass diese aus dem Hallwilersee aufsteigen und dort laichen kann.

Die Initiative eines Einzelnen kann vieles bewirken

2010 begann Hobbyfischer Richard Stadelmann sich Gedanken zu machen, wie man den Aabach im Zuge der geplanten Verbesserung des Hochwasserschutzes gleichzeitig renaturieren und für gefährdete Arten wie etwa die Seeforelle attraktiver machen könnte. Der Mitinhaber einer Holzfirma besuchte das Projekt «Riverwatch» des WWF, welches Freiwilligen vermittelt, wie man als Einzelner Renaturierungs-Projekte anstossen kann.

Sechs Jahre Überzeugungsarbeit

Sechs Jahre später ist es nun soweit. Hunderte von Stunden hat Stadelmann in Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit gesteckt. Dank Stadelmanns Vorgesprächen und verständnisvollen Nachbarn gab es nur wenige Einsprachen, die alle einvernehmlich geregelt werden konnten. Dies hat dazu geführt, dass nun gebaut wird, was bisher nur auf Plänen skizziert war: Der Aabach erhält mehr Platz: statt wie bisher etwa sechs Meter, kann er sich in einzelnen Abschnitten auf einer Breite von 90 Meter bewegen. Damit wird einerseits dem Hochwasserschutz Rechnung getragen, andererseits findet eine anspruchsvolle, teils gefährdete Flora und Fauna neue Lebensräume

 

Projekt nur dank Mithilfe vieler Partner möglich

Das Projekt wird vom Kanton Luzern ausgeführt. Den Löwenanteil der fast 1.5 Mio. Franken Kosten werden vom Bund, dem naturemade star-Fonds von ewz und dem Kanton übernommen (s. Box). Den Rest steuern die Gemeinde Hitzkirch und die Luzerner Umweltorganisationen Pro Natura und WWF bei, die das Projekt zusammen mit dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee auch von Beginn an begleiteten. Der Landschaftsschutzverband stellt auch den Boden für das Projekt zur Verfügung, zusammen mit privaten Grundstücksbesitzern.

  

Die VUE naturemade star-Zertifizierung

Mit der naturemade star-Zertifizierung seiner Kraftwerke hat sich ewz verpflichtet, diesen Fonds mit einem Rappen pro verkaufte Kilowattstunde Ökostrom aus den zertifizierten Kraftwerken zu speisen. Aus dem naturemade star-Fonds von ewz stehen jährlich rund 4 Mio. Franken für solche ökologischen Ausgleichsmassnahmen zur Verfügung. Auf diese Weise kommt das Engagement der ewz-Kundinnen und -Kunden, die Ökostrom kaufen, direkt der Natur zu Gute. 

 

Foto zum Spatenstich: von links nach rechts:  Lorenz Hunziker, ewz; Serena Liener, Kanton Luzern; Urs Brütsch, WWF Luzern; Richard Stadelmann, Projektinitiator; Samuel Ehrenbold, Pro Natura Luzern; Barbara Ritter, Bauleitung Flussbau AG; Foto: Seetaler Bote

 

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