Dem Planungsbericht Biodiversität die Zähne gezogen

14. August 2019

Die Naturschutzorganisationen begrüssen, dass für den Kanton Luzern endlich ein Strategiepapier zur Biodiversitätsförderung vorliegt, das vom Kantonsrat im Herbst behandelt wird. Sofortige Taten drängen sich auf, denn viele Arten sind auch in Luzern unter Druck und wertvolles Potenzial, zum Beispiel im Siedlungsraum, wird nicht genutzt. Dass im Rahmen der Vernehmlassung massive Abstriche am Planungsbericht gemacht wurden, ist für die Naturschutzorganisationen unverständlich.

(c) Marc Germann, WWF

Der Anteil bedrohter Arten ist nirgends so gross wie in der Schweiz. Über ein Drittel der
Pflanzen-, Tier- und Pilzarten und die Hälfte der Lebensräume sind in der Schweiz bedroht und ca. 255 Arten sind bereits ausgestorben. Der Kanton Luzern trägt als neuntgrösster Kanton (Fläche) und mit einer durch die Topografie bedingt grossen Vielfalt an Lebensräumen eine besonders grosse Verantwortung. Die Dringlichkeit ist hoch, dem Rückgang der Vielfalt auf verschiedenen Ebenen entgegen zu wirken und die Vielfalt zu fördern. Dass im Rahmen der Vernehmlassung des Planungsberichts die Sachmittel um mehr als die Hälfte reduziert wurden und damit rund 4 Millionen Franken weniger Bundesmittel genutzt werden, ist nicht nachvollziehbar. Ebenso stösst bei den Naturschutzorganisationen die Reduktion des Personalbedarfs um fast zwei Drittel von den vorgesehenen Stellen auf grosses Unverständnis. Dass die Anzahl der Massnahmen von 30 auf 20 zusammengestrichen wurde, ist vor dem Hintergrund des rasanten Verlusts der natürlichen Vielfalt schlicht unbegreiflich.

12 Jahre sind vergangen, bis aus dem parlamentarischen Auftrag ein Planungsbericht entstanden ist. Und nun werden dem pragmatischen, aber keinesfalls ambitionierten Bericht die Zähne gezogen. Die Dringlichkeit des Anliegens geböte mehr Einsatz als im Bericht vorgesehen, nicht weniger. Denn, wie es im Vernehmlassungsbericht vom 27.03.2019 treffend heisst «Die erzielte Wirkung bezüglich Erhalt und Förderung der Biodiversität hängt aber letztlich untrennbar mit den dafür investierten Mitteln zusammen.». In dem Sinn bleibt zu hoffen, dass der Kantonsrat im Herbst Farbe für Vielfalt bekennt und die gezogenen Zähne wieder «einsetzt». 

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