Feldhasen: Nichts zu scherzen an Ostern

18. März 2018

Am 1. April ist Ostersonntag. Kein Scherz! Nicht viel zu scherzen gibt es an Ostern auch für die Feldhasen. Feldhasen werden immer rarer, derweil seine Schoggi-Imitate wohl wieder Verkaufs-Rekorde schlagen. In Politik und Gesellschaft formiert sich jedoch langsam eine Lobby für Meister Lampe und damit für eine nachhaltigere Landwirtschaft.

(c) Markus Jenny

Osterhasen sind derzeit omnipräsent. In jedem Laden lachen einen die Frühlingsboten als Schoggi-Verlockungen an. Das Original aber, der Feldhase, wird immer rarer. Auch im Kanton Luzern ist der Feldhase vielerorts selten geworden oder gar verschwunden.

Feldhasen unter Druck

Feldhasen sind eigentlich Steppenbewohner. Sie sind bei uns sogenannte Kulturfolger und leben überwiegend auf Äckern und Wiesen. Noch in den 1950er-Jahren waren Feldhasen in der Schweiz weit verbreitet. Seit dann sind die Bestände regelrecht eingebrochen: Zersiedelung, Zunahme von Störungen und Räubern sowie die intensive Landwirtschaft machen ihnen zu schaffen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, um den Feldhasen wieder auf die Sprünge zu helfen. Vornehmlich dort, wo er sich am wohlsten fühlt: Im Landwirtschaftsland.

Eine Lobby für Feldhasen

Nachhaltigere Landwirtschaft und gezielte Massnahmen auf Ackerland sind zentrale Aspekte der Feldhasenförderung. Dafür engagieren sich in Luzern immer mehr Kreise. Die Luzerner Umweltverbände BirdLife, Pro Natura und WWF setzen sich seit langer Zeit für eine nachhaltigere Landwirtschaft und mit gezielten Feldhasenprojekten für Meister Lampe ein. Die Jäger verzichten vielerorts freiwillig auf die Hasenjagd. Die Vogelwarte Sempach und die Verantwortlichen des Projekts «Hopp Hase» haben wegweisende Forschungen gemacht und Massnahmen ausgearbeitet, die aufzeigen, wie Landwirte und Landwirtinnen dem Feldhasen und damit auch bodenbrütenden Vögeln helfen können. Der Kanton Luzern hat einer dieser Massnahmen bereits zum Durchbruch verholfen: Ab 2018 ist wird die dünnere Aussaat von Getreide finanziell unterstützt. Damit bekommen die Feldhasen ihre Verstecke in Äckern zurück und Bodenbrüter finden Nischen für ihre Nester. Der Minderertrag wird den Bauern abgegolten. Zudem beginnen einige Bauern, ihre Brachen auf neuartige Weise anzulegen. Damit kommen Füchse und anderen Räubern nicht mehr so einfach an ihre Beute. Das ist nur der Anfang. Es braucht aber mehr. Hoffnung kommt nun aus dem Kantonsrat. Dort steht ein Postulat an, das weitergehende Massnahmen für die Förderung des Feldhasen fordert.

 

 

Zum Postulat:

Postulat Candan Hasan und Mit. über den Erhalt des Feldhasen in unserer Kulturlandschaft, P 474 (link). Das Postulat wird voraussichtlich in der nächsten Session des Kantonsrats behandelt.

 

Aktion Feldhase vor dem Regierungsgebäude

Die Luzerner Umweltverbände BirdLife, Pro Natura und WWF führen am Montag 19.3.2018 zwischen 8 und 9 Uhr im Vorfeld der Session des Kantonsrats eine Aktion zum Feldhasen durch. Besuchen Sie uns für Auskünfte und Fotos zum Thema Feldhase und zur Aktion.

Ort und Zeit: Montag 19.3.2018, 8 und 9 Uhr vor dem Kantonsratssaal, Bahnhofstrasse 15, Luzern

 

Bild zum Download:

Feldhase in Sasse - nur für die einmalige Verwendung und nur uner Angabe des Copyrights (c) Markus Jenny.

  

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