Kanton Luzern versenkt Seesanierungen

27. Februar 2020

Der Kanton Luzern hat die Einführung strengerer Gülle-Vorschriften verschoben. Leidtragende sind einmal mehr die massiv überdüngten Mittellandseen: Der Sempacher-, der Hallwiler- und der Baldeggersee, die wegen der Überdüngung bereits heute künstlich beatmet werden müssen.

Phosphor aus Gülle: Seit über 30 Jahren sind unsere Mittellandseen klinisch tot und müssen über künstliche Sauerstoffzufuhr am Leben gehalten werden.

Während Monaten wurden im Kanton Luzern unter Einbezug aller Betroffenen Grundlagen für eine Revision der Phosphorverordnung erarbeitet, um die Rahmenbedingungen für die weitere Sanierung der massiv überdüngten Mittellandseen zu schaffen. Das sogenannte Phosphorprojekt III erhielt Ende November 2019 die Zusage des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW). Dasselbe BLW hat nun einem nachträglichen, unter dem Druck der Landwirtschaft entstandenen Gesuch der Luzerner Regierung stattgegeben. Das dringend notwendige Projekt wird um ein Jahr verschoben.

Inakzeptable Verschiebung

Das Vorgehen von Landwirtschaft, Kanton und Bund ist ernüchternd. Wie alle anderen Betroffenen war die Landwirtschaft im gesamten partizipativen Prozess vertreten. Sie wusste um die gemeinsam erarbeiteten Massnahmen und deren bevorstehende Umsetzung. Die Krise der Mittellandseen nimmt bei den Verantwortlichen einen untergeordneten Stellenwert ein. Anders ist es nicht zu erklären, dass die dringende Aufgabe so offensichtlich auf die lange Bank geschoben wird. Die Umweltverbände akzeptieren nicht, dass ein partizipativer Prozess derart mit den Füssen getreten wird und überlegen sich deshalb weitere Massnahmen. 

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