Luzern hat Nachholbedarf beim Naturschutz

06. Dezember 2019

"Luzern ist Schlusslicht bei der Pflanzenvielfalt". Das geht aus einer Studie des Bundes hervor, die nachhaltige Entwicklung in Schweizer Kantonen miteinander vergleicht.

Leider sagt dieser Platz in einer Rangliste noch längst nicht alles. Im Bereich Biodiversität steht die Schweiz insgesamt schlecht da. Der Anteil bedrohter Arten ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Über ein Drittel der Pflanzen-, Tier- und Pilzarten und die Hälfte der Lebensräume sind in der Schweiz bedroht und rund 250 Arten sind bereits ausgestorben.

In diesem Umfeld Schlusslicht zu sein, ist daher besonders dramatisch.

 

Unser Kanton müsste dringend handeln. Wir müssten unsere Existenzgrundlagen besser schützen, wir müssten unser Verhältnis zu Artenvielfalt und Umwelt ganz allgemein deutlich verbessern.

Leider geschieht viel zu wenig. Der Kanton Luzern erhält zwar bald eine Biodiversitäts-Strategie. Die aktuelle Fassung enthält aber kaum noch Lösungen für das Problem. Griffige Massnahmen wurden aus dem Entwurf gestrichen, weil das Geld dafür fehle. Dies obwohl Fachleute warnen, dass heutige Versäumnisse langfristig sehr teuer werden können. Unverständlicherweise verzichtet der Kanton sogar darauf, mehrere Millionen des Bundes für Förderprojekte abzuholen, weil er keinen entsprechenden Beitrag aus eigenen Mitteln zur Verfügung stellen will!

 

Hoffentlich wirkt die rote Laterne für den Bereich Naturschutz in diesem interkantonalen Vergleich als Weckruf an Parlament und Regierung. Bei der Beratung der Biodiversitäts-Strategie, in der Diskussion um das Hochwasserschutz-Projekt Reuss, bei den Verhandlungen zum Thema Landwirtschaft oder in der Planung von Siedlungsentwicklung und Mobilität muss der Kanton ökologischen Anforderungen mehr Gewicht geben. Nur so können wir Luzern zukunftsfähig gestalten.

 

"Leserbrief in der LZ vom 11.12.19" 

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