Moore: Klimaschutz oder «Klima-Bomben»?

27. November 2018

Intakte Moore sind wichtig für das Klima. Sind sie vernässt, speichern sie Unmengen von Kohlenstoff. Austrocknende Moore hingegen geben CO2 ab. Sie werden in niederschlagsarmen Jahren wie heuer zu «Klima-Bomben». Das Luzerner Parlament kann in der bevorstehenden Session wichtige Weichen in Sachen Moor- und Klimaschutz stellen und dabei gleich auch die lokale Wirtschaft beflügeln.

Hochmoor Salwideli (c) WWF

Moore speichern enorme Mengen Kohlenstoff, schützen uns vor Hochwasser und sind Hotspots der Artenvielfalt. Die Klimaschutzfunktion, d.h. die Einlagerung von Kohlenstoff funktioniert allerdings nur im wassergesättigten Zustand. Fehlt das Wasser, führt der in die Moorböden eindringende Sauerstoff zu deren Zersetzung und damit zu einer starken CO2-Ausscheidung. Schweizer Moore trocknen aus, da viele Flächen entwässert wurden und immer noch werden. Damit werden sie zur «Klima-Bombe»: CO2 wird unkontrolliert und in grossen Mengen abgegeben.  Das für die Session vom Dezember traktandierte Postulat von Michèle Graber «über den Schutz und die Regeneration der Luzerner Moore» greift diese Thematik auf und beantragt vom Kanton einen Effort im Moor- und damit im Klimaschutz.

 

Bis 3000 Langstreckenflüge pro Jahr

Gemäss einer Medienmitteilung der Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz (KBNL) geben hierzulande allein die entwässerten Hochmoore jährlich rund 19'400 t CO2 abHochmoore wurden früher vielerorts landwirtschaftlich genutzt und hierfür entwässert. Alleine im Kanton Luzern dürfte die stattfindende Austrocknung der Moore zu einer jährlichen Klimabelastung führen, die vergleichbar ist mit der von 1000-3000 Langstreckenflügen. Von einer Trendwende sind wir weit entfernt. Das zeigen aktuelle Resultate des Forschungsinstituts Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Moor trocknen weiter aus, CO2 entweicht, die Herausforderungen im Klimaschutz steigen.

 

Kleiner Input, grosser Nutzen 

Eine Wiedervernässung von Moorböden ist technisch machbar, äusserst wirksam und generiert Aufträge, die zu 80% der regionalen Bauwirtschaft zu Gute kommen. Der Kanton geht von 33 Millionen Franken Kosten über die nächsten 10-15 Jahre aus, um die Negativspirale der schleichenden Moor-Zerstörung zu stoppen. Der Grossteil der Gelder könnte über den Bund bezogen werden, der für die national geschützten Moore in der Hauptverantwortung steht. Mit einem Beitrag seitens Kantons könnte Entscheidendes geleistet werden. Für die derzeit erarbeitete Aufgaben- und Finanzplanung des Kantons heisst das: Mit einer Investition von zirka einer Million Franken pro Jahr über die nächsten 10-15 Jahre, regeneriert und schützt der Kanton Luzern nicht nur seine mitunter schönsten Landschaften, sondern fördert die regionale Wirtschaft und erbringt einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Wenige Investitionen kennen einen so nachhaltigen «Return on invest»!

 

Luzerner Umweltverbände zählen auf das Parlament

Die Umweltverbände BirdLife Luzern, Pro Natura Luzern und WWF Luzern hoffen auf einen weitsichtigen Entscheid des Parlaments in der kommenden Session. Dieses hat die Möglichkeit, das Postulat von Michèle Graber als erheblich zu erklären und so eine der wichtigsten Aufgaben der Politik schlechthin wahrzunehmen: Der Schutz unserer Natur als Garant für unser eigenes langfristiges Überleben.

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