Spieglein, Spieglein an der Wand, wer stimmt umweltfreundlich im Luzerner Land?

02. Oktober 2019

Wahlthema Umwelt: Das Rating der Umweltallianz zeigt, wie die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in den letzten vier Jahren abgestimmt haben. Die Luzerner Bevölkerung kann nun mit ihrer Wahl der Umwelt in Bern mehr Gewicht geben.

     

Taten zählen, nicht Worte: Kurz vor den Wahlen geben sich fast alle Parteien umweltfreundlich. Die Umweltallianz, zu der unter anderen der WWF Schweiz, Pro Natura, Greenpeace, der VCS und BirdLife gehören, haben den Parteien auf den Zahn gefühlt und die wichtigsten 54 Umweltabstimmungen im Nationalrat der letzten vier Jahre ausgewertet.

Luzerner Nationalrats-Kandidatenfeld: grösser und grüner denn je:
Über 250 Kandidaten und Kandidatinnen buhlen in Luzern um die 9 Nationalratssitze. Bei den Bisherigen zeigt sich, dass Michael Töngi von den Grünen und Prisca Birrer-Heimo von der SP in der letzten Legislatur praktisch immer umweltfreundlich stimmten. Das kann man von ihren Kantonskolleginnen und -kollegen leider nicht sagen: Aus den Reihen der CVP stimmte Andrea Gmür-Schönenberger knapp mehr als zur Hälfte der Fälle für die Umwelt (53.7%). Ihre Parteikollegen Leo Müller (42.6%) und Ida Glanzmann-Hunkeler (42.5%) liegen hingegen klar darunter. Die beiden FDP-Vertreter Albert Vitali (15.1%) und Peter Schilliger (13%) liessen in Umweltfragen kaum Engagement erkennen. Dies gilt auch für die SVP-Mitglieder: Sie stimmten mehr oder weniger konsequent gegen die Anliegen der Umwelt, so Yvette Estermann (6.6%), Felix Müri und Franz Güter (jeweils 1.9%).
Alle Bewerber und Bewerberinnen für den Nationalrat - also sowohl die Bisherigen als auch die Neuen - hatten die Möglichkeit, an einer Befragung der Kandidierenden zu den wichtigsten Umweltthemen der kommenden vier Jahre teilzunehmen. Dabei fällt auf, dass neben Links-Grün auch die EVP und die CVP, vereinzelt sogar die FDP mit Kandidaten und Kandidatinnen antreten, die versprechen, sehr umweltfreundlich zu agieren, sollten sie gewählt werden. Zu finden sind sie ganz einfach auf umweltrating.ch

Ständerat: sieben Kandidierende, vier davon als grosse Versprechen für die Umwelt
Das Abstimmungsverhalten der Ständeratskandidaten und jetzigen Nationalräte Andrea Gmür-Schönenberger (CVP) und Franz Grüter (SVP) ist aus der letzten Legislatur bekannt (s. oben). Der bisherige Ständerat Damian Müller (FDP) stimmte in seiner ersten Legislatur zu 39.3% für Umwelt- und Naturanliegen. Sowohl Franz Grüter als auch Damian Müller geben für die kommende Legislatur Wahlversprechen ab, die über ihrem bisherigen Abstimmungsverhalten liegen. Dies weckt die Hoffnung, dass die Klima- und Biodiversitätskrise auch in bürgerlichen Kreisen ernster genommen wird. Ob die Wahlversprechen gehalten werden, wird sich beim nächsten Umweltrating in vier Jahren zeigen. Neben diesen national bekannten Gesichtern kandidieren drei bekannte Luzerner Persönlichkeiten für den Ständerat, die allesamt überzeugend für Umwelt und Natur einstehen: Monique Frey (Grüne), David Roth (SP) und Michèle Graber (GLP). Ein Newcomer, der sich voll für die Klimafrage einsetzen möchte, ist der parteilose Florian Studer.

Umweltfreundlich wählen, jetzt! Im Herbst 2019 haben wir die Chance, ein umweltfreundliches Parlament zu wählen, das sich für unsere Zukunft einsetzt. Als Wahlhilfe für die Stimmbevölkerung empfehlen die Verbände ihr aktuelles Umweltrating. Dieses zeigt, wie umweltfreundlich die bisherigen Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie die neuen Kandidierenden sind. (www.umweltrating.ch)

     

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