Überdüngter Baldeggersee – Worten müssen Taten folgen

20. März 2019

In der Medienmitteilung vom 19. März 2019 nennt der Kanton die Auswirkungen und das zugrunde liegende Problem ohne Umschweife beim Namen: «Der Baldeggersee ist nach wie vor überdüngt und muss belüftet werden. Grund dafür sind die hohen Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft (...) Damit der See langfristig gesunden kann, muss die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der landwirtschaftlichen Flächen deutlich reduziert werden.»

Aus Sicht der Luzerner Naturschutzorganisationen ist das Problem der überversorgten Böden hausgemacht: Die im schweizweiten Vergleich hohen Nutztierbestände führen zu einer umweltbelastenden Landwirtschaft. Um die grossflächig mit Phosphor überdüngten Böden im Kanton Luzern und die Mittellandseen zu sanieren, braucht es eine drastische Reduktion der Phosphordüngung. Wir fordern den Kanton deshalb auf, den unmissverständlichen Worten auch rasch klare Taten folgen zu lassen.

Die bisher eher halbherzigen, aber teuren Massnahmen können das Problem nicht beheben. Vielmehr muss eine standortgerechte, umweltschonende Nutztierhaltung das Ziel sein. So wäre im graslanddominierten Kanton Luzern die Umstellung auf überwiegend extensive Weidehaltung von Rindvieh für die Fleisch- und Milchproduktion ein vielversprechender Ansatz.

Werden weiterhin fragwürdig hohe Nutztierdichten toleriert und hierfür tonnenweise Futtermittel aus dem Ausland importiert, bleibt die Dauerverschmutzung des Baldeggersees ein ungelöstes Problem – und die Steuerzahler müssen weiterhin tief in den Geldsack greifen für Massnahmen, die weitestgehend Symptome bekämpfen, das grundlegende Problem aber nicht zu lösen vermögen. 

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print