Urner Umweltrat versteht Olympia-Vorfreude der Urner Regierung nicht

01. März 2018

Mit grossem Erstaunen hat der Urner Umweltrat die positive Reaktion des Urner Regierungsrates zu den Beiträgen des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 zur Kenntnis genommen. Winterolympiaden waren noch nie nachhaltig. Bund und Kantone sollten aus diesem Grund auf solch unökologische und unsoziale Abenteuer verzichten.

Bild: (c) Greg Martin IOC (via flickr)

Nachhaltig und umweltverträglich, klein und bescheiden sollen sie werden – die Olympischen Winterspiele «Sion 2026». Was sich die Walliser Olympia-Promotoren darunter vorstellen, zeigte die Aktion auf dem Matterhorn. Vier Helikopter umkreisten kürzlich den Gipfel des Matterhorns, auf welchem Pirmin Zurbriggen in einem alten Ölfass ein vorolympisches Feuer entfacht. Die Aktion war alles andere als ökologisch und nachhaltig und deutet darauf hin, was uns 2026 erwarten würde: Gigantismus in grünem Mäntelchen.

Olympsiche Winterspiele werden immer grösser

Die Olympia-Promotoren können uns noch so weismachen, dass «Sion 2026» bescheidene, nachhaltige Spiele werden sollen. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Olympischen Winterspiele von Mal zu Mal gewachsen sind und die Anlagen für die aktuell 100 Sport-Disziplinen immer umfangreicher wurden. Auch der Tross von Sportlern, Beratern, Zuschauern und Medienschaffenden ist stetig gewachsen. Auch wenn vor allem bestehende Infrastrukturen genutzt werden sollen, müssen diese olympiatauglich gemacht werden. Der Energie- und Raumbedarf sowie die Anlagen für die Kunstschneeaufbereitung sind gigantisch. 2800 Athletinnen und Athleten sowie 100’000 Besucherinnen und Besucher, die in fünf Kantonen an 20 verschiedenen Standorten Wettkämpfe sehen wollen, verursachen enorm viel Verkehr.

Die Grenze des Tragbaren ist längst überschritten

Da kann der Kanton Uri noch so sehr die «Erwartung, dass die Schweiz nachhaltige Spiele veranstaltet» äussern. Winterolympiaden stehen mehr als jedes andere große Sportspektakel im Konflikt mit der Umwelt – trotz grünen Anspruchs. Leidtragend ist auch die Bevölkerung. Von Gigantismus profitieren stets nur ein paar wenige, die sowieso schon viel haben. Der Urner Umweltrat findet, dass solche Grossereignisse den Horizont des ökologisch und sozial Tragbaren längst überschritten haben. Sion 2026 ist nicht Zukunft – nein - diese «Vision» gehört ab dem 10. Juni hoffentlich der Geschichte an.

 

Der Urner Umweltrat versteht sich als Dachorganisation der Urner Umweltorganisationen, welche sich zum Schutz und zur Förderung der Natur und des menschlichen Lebensraumes bekennen.

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz / Mountain Wilderness / Pro Natura Uri / VCS Uri / WWF Uri 

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