Verkehrsprognosen des Kantons Luzern torpedieren Klimaziele

29. April 2019

Jörg Häfliger, Präsident des WWF Luzern ärgert sich über die Verkehrspolitik des Kantons Luzern. Er nimmt zu zwei Artikeln in der Luzerner Zeitung (LZ vom 29.4. „Verkehr nimmt ab“ und „Zahlenkrieg um die Spange Nord“) wiefolgt Stellung:

„Kanton geht von weiter steigendem Verkehr aus“. Diese Annahme ärgert mich. Sie führt nicht nur zu teuren und umstrittenen Projekten wie der Spange Nord und dem Bypass. Die Haltung der kantonalen Verkehrsplaner und der Regierung wirft letztlich existentielle Fragen auf.

Wie verträgt sich diese Verkehrsplanung mit der Bekämpfung des Klima-Wandels?

Wie erreichen wir in der Schweiz und in unserem Kanton innert maximal dreissig Jahren das Ziel, netto keine Treibhausgase mehr auszustossen? Dies im Wissen, dass der Strassenbau allein gewaltige Mengen an CO2 verursacht. Dies im Wissen, dass auch E-Autos keineswegs klimaneutral sind, weil die Produktion von Batterien viel CO2 verursacht.

Wie will der Kanton sein Fernziel 2000-Watt-Gesellschaft erreichen, wenn er bei der Mobilität nichts unternimmt? Ohne deutliche Reduktion des Energieverbrauchs im Verkehr bliebe für Industrie oder Haushalte keine Energie mehr übrig! So bleibt nur der Umkehrschluss: Dem Kanton ist sein hehres Bekenntnis zu einer energetisch nachhaltigen Gesellschaft egal.

Aus meiner Sicht kann die Erkenntnis nur lauten: So nicht!

Wählen Sie richtig, stimmen Sie ab!

Wir brauchen darum Leute in der Regierung, die langfristig denken und unsere Umwelt ernst nehmen. Wir brauchen eine Mobilität, die vermehrt auf kurze Wege, Velo und Fussverkehr setzt.

Bereits am 19. Mai haben wir die Wahl: Die Stadt-LuzernerInnen können mit einem JA zum Veloparking am Bahnhof zusätzlich ein deutliches Zeichen setzen.

 

Jörg Häfliger

Präsident WWF Luzern 

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