WWF Uri in Bewegung

14. Mai 2019

Der WWF Uri zeigte sich an seiner Generalversammlung in Bewegung: Ein Wechsel im Präsidium, ein neues Vorstandsmitglied, ein künftiger Wechsel des Geschäftsleiters und ein grosses Spektrum an Aktivitäten. In Bewegung ist auch der Bär M29. Der «Urner Bär» ist derzeit im Kanton Bern unterwegs und stand im Zentrum der öffentlichen Veranstaltung des WWF Uri.

Ernst Dittli trat als Präsident zurück ins 2. Glied und wurde vom Vorstand geehrt. Er ist dem Vorstand nun schon über 40 Jahre lang treu.

Joanna Schönenberger, Bärenexpertin, gab Ideen, wie auch in Uri ein konfliktarmes Nebeneinander von Bär und Mensch stattfinden kann.

WWF Uri 2019: V.l.n.r., oben: Marco Planzer, Annemarie Biasini, Christa Riedi, Katrin Dittli, Graziella Jannetta, Ernst Dittli; unten: Fabian Haas, Kurt Eichenberger

Der WWF Uri konnte sich sowohl im Vorstand als auch in der Geschäftsleitung verstärken. Die neue Dynamik war an der Generalversammlung spürbar. Sowohl die Generalversammlung als auch der öffentliche Anlass waren sehr gut besucht.

 

Zwei Wechsel in der Leitung

Ernst Dittli, seit über 40 Jahren im WWF dabei, hat sein Präsidentenamt an Christa Riedi übergeben. Sein Engagement für den WWF ist damit länger als der WWF Uri alt ist. Bereits in den Zeiten des WWF Waldstättersee hatte er gewirkt, bevor dieser in kantonale Sektionen aufgeteilt wurde. Ernst Dittli wurde vom Vorstand würdig verabschiedet. Dittli, der seinerzeit im Kampf gegen die Atomenergie politisiert wurde, ist nicht der Mensch, der sich selbst gerne ins Zentrum stellt. Geschäftsleiter Kurt Eichenberger wählte in seiner Abschiedsrede deshalb nur wenige Worte, drückte mit diesen aber aus, was das Wirken von Ernst und Gerda Dittli in diesen 40 Jahren ausmachte: «Ernst und Gerda, ihr seid und bleibt das Herz des WWF in Uri. Ihr habt dem WWF, der in Uri kein Büro besitzt, ein Zuhause gegeben». Auf Ernst Dittli folgt Christa Riedi aus Schattdorf. Sie arbeitete als Heimleiterin, Lehrerin und Therapeutin. Sie ist pensioniert und beschäftigt sich nun mit Garten, Bienen und ehrenamtlich unter anderem im Tierpark Goldau und im WWF. Ernst Dittli verbleibt im Vorstand. Erneut in den Vorstand gewählt wurde Annemarie Biasini.

 

Auf Anfang 2020 wird es auch einen Wechsel in der Geschäftsleitung geben. Kurt Eichenberger, seit gut 4 Jahren Geschäftsleiter der beiden Kantonalsektionen Uri und Luzern wird die Sektion Uri an Fabian Haas übergeben. Haas ist 30 Jahr alt, Biologe und Jäger. Er wird sich als Geschäftsleiter in Uri vornehmlich für Wildtiere und deren Lebensräume einsetzen. Eichenberger wird in Uri auch nach 2019 im Thema Gewässerschutz tätig bleiben.

 

Erfolgreiche Arbeit im Gewässerschutz

Der WWF Uri hielt Rückschau auf Erfolge im Gewässerschutz im Jahr 2018. Es gelang in Einsprache-Verhandlungen mit dem EWA ökologisch befriedigende Lösungen für die beiden Wasserkraftwerke am Alpbach und am Palanggenbach zu finden. Im Zentrum der Verhandlungen standen umfassende Ersatzmassnahmen, die nun im Zusammenhang mit Hochwasserschutzprojekten des Kantons umgesetzt werden und neue Naturparadiese ermöglichen, die auch für die Bevölkerung sehr attraktiv sein werden. In Zukunft wird sich der WWF vor allem dafür einsetzen, dass das Meiental durch den Landschaftsrappen geschützt werden kann.

 

WWF engagiert sich für ein Zusammenleben mit Bären

Weniger erfolgreich als im Gewässerschutz war der WWF letztes Jahr im Bestreben, Verständnis für Grossraubtiere und den zur Konfliktminimierung notwendigen Herdenschutz zu wecken. Im Gegensatz zu Wolf und Luchs ist der «Urner Bär» M29 noch vom Unmut der Bauern und Jäger grösstenteils verschont geblieben. M29 streift schon das vierte Jahr in Uri und um den Kanton herum, ohne grössere Schäden anzurichten. Derzeit hält sich der Bär im Kanton Bern auf und ein wiederholter Besuch des Kantons Uri ist wohl nur eine Frage der Zeit. Dies zeigte Joanna Schönenberger, Forstwartin, Jägerin und WWF-Bärenexpertin in ihrem lebendigen Vortrag eindrücklich auf. Das Bärenmännchen zog in den letzten Jahren stets ähnliche Schleifen durch die Zentralschweiz und die benachbarten Kantone, wohl immer auf der Suche nach einem Weibchen. Alle Bären, die die Schweiz durchstreifen, entstammen der Quellpopulation im Trentino, die in der Zwischenzeit auf etwa 90 Individuen angewachsen ist. Bisher wanderten nur Männchen ab. Im Normalfall sind es solche Männchen, die je nach Charakter auch neugierig und «frech» sein können, denen man gezielt begegnen muss. Schönenberger zeigte auf, wie dank einem Projekt des WWF und vielen regionalen Partnern im Münstertal das Zusammenleben auch mit auffälligeren Bären erlernt wurde. Die Bevölkerung geht mit Meister Petz heute ziemlich gelassen um. Der WWF wird sich in Uri auch für entsprechende Massnahmen für ein Zusammenleben mit Bären engagieren. 

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