Feldhase

Meister Lampe

Vor mehr als 50 Jahren war der Feldhase in der Schweizer Landschaft ein oft zu beobachtendes Tier. Seit den 1960er Jahren hat der Bestand in vielen Teilen der Schweiz stark abgenommen. Als Hauptgrund wird die starke Intensivierung der Landwirtschaft angesehen, insbesondere der massive Einsatz von Dünger und Pestiziden sowie der intensive Maschineneinsatz.

Der Feldhase war Tier des Jahres 2004. Sein Niedergang steht für viele Tiere und Pflanzen, die im Landwirtschaftsgebiet leben oder gelebt haben. Das Monitoring des Feldhasen, welches seit 1991 von der Schweizerischen Vogelwarte durchgeführt wird, zeigt bis dato noch keine Erholung der Bestände. Das Projekt Hopp Hase testete im Kanton Baselland während zehn Jahren mögliche Fördermassnahmen für den Feldhasen. Das daraus entstande Buch zeigt eines klar auf: Der Feldhase ist ursprünglich ein Steppentier und bei uns ein Kulturfolger. Er bewohnt hierzulande vorzugsweise Ackerflächen. Somit kann ihm auch vor allem dort, also in seinem Lebensraum geholfen werden. Mit dünnerer Saat von Wintergetreide und einem neuartigen Anlegen von Brachen profitiert der Feldhase am meisten. Der WWF ist in der Zentralschweiz daran, diese Massnahmen mit Bauern zusammen zu erproben.

Situation Zentralschweiz

Die Feldhasenbestände der Zentralschweiz sind in den letzten Jahren im schweizweiten Vergleich drastisch gesunken. In 4 von 6 untersuchten Gebieten im Wauwiler Moos (LU) wurden 2015 (teilweise auch die Jahre zuvor) keinerlei Feldhasen gezählt. Die Bestände wiesen bereits seit Zählbeginn Mitte der 1990er Jahre sehr kritische Feldhasendichten auf (unter 2 Feldhasen/km2). Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die intensive Gründlandnutzung im Raum Luzern.

Engagement WWF

(c) Markus Jenny

Der WWF fördert in der Zentralschweiz den Feldhasen zusammen mit interessierten Landwirten auf deren Ackerland. Der WWF überträgt die Erkenntnisse des langjährigen Feldprojekts Hopp Hase im Kanton Baselland versuchsweise auf die Kantone Luzern und Zug. Auf Ackerland wird Getreide dünner ausgesät und Brachen werden statt streifig am Rande von Äckern, neu mittig angelegt. Beides führt zu einem deutlich verbesserten Lebensraum und zu mehr Schutz vor Füchsen und anderen Räubern.

Faktenblatt Feldhase in der Zentralscheiz

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