Auf der Suche nach den verborgenen Quellen Nidwaldens – werden Sie Quellenforscher:in
Wer an einen Bach denkt, sieht meist das fliessende Wasser im Tal. Doch jeder Bach beginnt an einem oft übersehenen Ursprung. Im Kanton Nidwalden durchzieht ein dichtes Netz von rund 1120 Kilometern Bächen und Flüssen die Landschaft – jeder einzelne beginnt an einer oder mehreren Quellen. Sie liegen unter Moos und Laub, entspringen unscheinbar aus steilen Hängen oder sammeln sich leise zwischen Wurzeln und Geröll. Diese Quellen gilt es zu entdecken und zu kartieren.
Wie kleine Naturarchive bewahren Quellen die Flora und Fauna unverfälschter Lebensräume. Sie gehören zu den konstantesten und zugleich empfindlichsten Lebensräumen überhaupt: Ihre Wassertemperatur schwankt kaum, das Licht ist gedämpft, die Strömung meist gering. Hier leben hoch spezialisierte Pflanzen und Tierarten.
Viele dieser wertvollen Lebensräume sind heute gefährdet. Ergiebige Quellen wurden gefasst, abgeleitet oder überbaut – für Trinkwasser, Landwirtschaft oder Infrastruktur. Das bringt uns Menschen einen grossen Nutzen, bedeutet aber für die spezialisierten Arten oft das Aus. Häufig wissen wir nicht einmal genau, wo natürliche Quellen noch existieren. Hier setzt das Quellkataster des Kantons Nidwalden an. Gemeinsam mit dem WWF werden die Quellen systematisch kartiert.
Rein ins Quell-Abenteuer
Und da kommen Sie ins Spiel: Als freiwillige:r Quellenforscher:in können Sie sich auf eine echte Spurensuche begeben. Mit Karte und GPS folgen Sie Bächen bergauf, verlassen Wege, tauchen in Wälder ein und suchen Orte wo das Wasser erstmals ans Licht tritt. Feuchte Erde, moosbewachsene Steine, ein kaum sichtbares Glitzern – vielleicht huscht ein Feuersalamander über den Boden oder Larven klammern sich an Steine. Jeder Schritt ist wie eine kleine Entdeckung: Sie lesen die Landschaft wie ein Rätsel, spüren versteckte Hinweise auf und folgen den stillen Spuren. Ist es ein klarer Quellaustritt? Mehrere verborgene Sickerstellen? Jede Quelle birgt Geheimnisse, die gelöst werden wollen. Eine echte Detektivarbeit.
Von der Detektiv-Arbeit zum Quellenkataster
Ist die Quelle einmal gefunden, dokumentieren Sie ihren Zustand, nehmen Fotos und beschreiben ihre Besonderheiten. Manche Quellen wirken unberührt und zeitlos, andere tragen Spuren menschlicher Nutzung. Mit jeder erfassten Quelle wächst das Puzzle der Quelllandschaft Nidwaldens – Sie sind mittendrin, auf einer Expedition zu den Ursprüngen unserer Bäche.






